Ich mache seit Anfang der 1980er Jahr Musik, und stets war es eine Mischung aus Gesang und Gitarre. Das Gitarre Spielen hab ich mir genauso autodidaktisch angeeignet wie das Singen, nur das ersteres unterstützt wurde von zahlreichen Gitarrenbüchern wie denen des wunderbaren Peter Bursch (wer kennt ihn nicht).

Nur die Singerei, die blieb dabei – ausbildungstechnisch – immer ein wenig auf der Strecke. Und natürlich war mir immer klar, dass meine Stimme nicht so klingt, wie sie klingen könnte. Aber für meine ganz privaten Zwecke und für den ein oder anderen Auftritt auf politischen Veranstaltungen hat es meine Singerei immer getan.

Bis vor gut zwei Jahren. Da hatte ich auf einmal das Gefühl, ich könnte noch mal was für meine Stimmbildung tun. Und so landete ich bei Julia, meiner Gesanglehrerin, die ich schon lange kenne. Denn sich in die Hände eines Gesangslehrers oder -lehrerin zu begeben, erfordert eine ganze Menge Vertrauen – also zumindest in meinem Fall.

Der Gesangsunterricht hat meine Musik verändert

So also begannen wir Anfang 2016 mit unserem gemeinsamen Unterricht, und es war eine der besten Entscheidungen meines Lebens. Denn was mit meiner Stimme in diesen zwei Jahren alles passiert ist, lässt sich leider nicht in einen Blogbeitrag packen. Und auch wenn das Tollwood-Team wohl wegen meiner „nicht tragenden und ausgebildeten“ Stimme meine Bewerbung abgelehnt hat, weiß ich doch, was ich kann und was ich mir zutraue. Und das ist im Vergleich zu vor zwei Jahren eine ganze Menge.

Es geht nicht nur um die Gesangsübungen. Die sind zwar wichtig und helfen mir sehr, aber die gemeinsame Stunde mit Julia ist noch viel mehr. Denn sie lehrt mich neben dem Treffen der richtigen Töne, vermehrt auf meine Artikulation zu achten. Zeigt mir, wie ich richtig atme. Und was für mich ganz entscheidend ist: Wie ich einen Song so arrangiere und singe und spiele, dass er noch ein bisschen schöner klingt, das lerne ich von Julia auch. Schließlich sollen sich meine Zuhörer so gut wie möglich unterhalten fühlen.

Musik ist so viel mehr als nur die richtigen Töne

Dazu gehört immer eine bestimmte Stimmung des Liedes, seine ganz eigene Dynamik, die richtige Erzähltechnik, und vieles mehr. Immer, wenn die Gesangsstunde vorbei ist, nehme ich neue und wichtige Erkenntnisse rund um ein Musikstück mit nach Hause. Und das ist mir genauso wichtig wie die richtigen Töne und die perfekte Atmung.

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