Videotalk: Reinard Mey, was für ein wunderbarer Mensch

Vor ein paar Minuten habe ich diesen Ausschnitt einer Talkshow des NDR entdeckt. Darin gewährt Reinhard Mey zahlreiche Einblicke in sein Leben, in seine Liebe zu seiner Frau Hella und wie seine Lieder entstehen. Dabei ist mir wieder einmal aufgefallen, welch wunderbarer Mensch Reinhard Mey zu sein scheint. Ich sage bewusst „zu sein scheint“, denn wir kennen ja von einem öffentlichen Menschen wie Mey nur die Fassade und nicht sein wahres Ich.

Wobei, Reinhard Mey begleitet mich schon so lange, dass ich zumindest eine Idee davon habe, wie er als Mensch wohl ist, wie er wohl tickt und was ihn wohl jeden Tag antreibt. Denn mit jedem Lied, dass er schreibt (und das sind mittlerweile sehr, sehr viele), gibt er ja einen Teil von sich preis. Und wie er in diesem gut 16 Minuten langen Gespräch mit Giovanni di Lorenzo sagt, haben sich alle seine Lieder genau so zugetragen. Na ja, oder eben fast.

Reinhard Mey begleitet mich fast mein ganzes Leben

Ich habe Reinhard Mey sehr lange sehr regelmäßig gespielt und gesungen, und es war mir immer ein großes Fest. Denn seine Texte sind voller Klugheit, seine Melodien voller Schönheit, dass ich stets Raum und Zeit vergessen habe. Mey hat mich auch oft inspiriert zu eigenen Liedern, die heute allerdings weniger geworden sind. Weil sich meine Musik verändert hat und Reinhard Mey nicht mehr zu den Musikern und Liedermachern zählt, die ich noch regelmäßig höre.

Das sind heute eher Konstantin Wecker oder Hannes Weder, aber auch Vertreter der neuen Generation wie Phillip Poisel oder Gregor Meyle. Und doch wird Mey immer einen Platz in meinem Herzen haben, dafür begleitet er mich schon zu lange. Und das völlig zurecht. Danke dafür, lieber Reinhard!

Micha mit Taylor

So bereite ich mich auf öffentliche Auftritte vor

Es ist schon eine ganze Weile her, da habe ich einen Beitrag auf meiner Webseite verfasst, der davon handelt, wie man eine Bühne erklimmt, um seine Angst wegzusingen und wegzuspielen. Davon soll heute zwar nicht die Rede sein, aber das Thema ist doch damit verwoben: Wie bereite ich mich auf einen Auftritt bestmöglich vor, damit ich erst gar keine Angst vor demselben habe.

Zunächst einmal möchte ich konstatieren, dass meine Angst vor dem Tag X mittlerweile deutlich kleiner ist als sie es schon einmal war. Das hat natürlich eine ganze Menge mit Routine zu tun, aber auch mit einer gewissen Sicherheit, die mit dem täglichen Üben und besser Werden einher geht. Daher kann ich jedem, der den Schritt in Richtung Bühne anstrebt, nur den guten Rat geben:

„Bereite dich optimal auf deinen Auftritt vor!“

In meinem Fall betrifft das vor allem die Textsicherheit, die ich mir während der letzten Monate angeeignet habe. Für mich ist es nämlich ungemein wichtig, den Liedtext zu hundert Prozent zu beherrschen, damit ich mich nicht vorher schon damit beschäftige, ob ich die ein oder andere Liedstelle vergessen könnte. Denn was mich bis heute noch umtreibt, ist der berühmt-berüchtigte „Hänger“, also das Vergessen einer Zeile oder gar einer ganzen Strophe. Ein Albtraum, wohl nicht nur für mich.

Ein Gitarrist sollte sein Equipment immer vollständig dabei haben

Zu der optimalen Vorbereitung zählen aber auch noch andere Dinge wie zum Beispiel die Besaitung der Gitarre, das Vorhanden sein des Gitarrenequipments, das Mitführen einer Wasserflasche und einiges mehr.

gitarrenssaiten-vomn-elixirBesaitung der Gitarre: Nichts ist schlimmer als ein Saitensatz, dem man den Fingerschweiß beim ersten Ton anhört. Daher sollte die Gitarre möglichst frische Saiten aufweisen. Wer übrigens nicht gerne permanent Saiten wechselt – so wie ich – dem seien Elixir-Saiten empfohlen, die mit einer speziellen Ummantelung versehen sind. Damit halten diese Saiten Schweiß und sonstige Ablagerungen länger stand.

Vollständiges Gitarrenzubehör: Ich habe es schon selbst erlebt, dass ein Musikerkollege kurz vor seinem Auftritt zu mir kam und mich um ein Stimmgerät bat. Das sollte natürlich möglichst nicht passieren, denn damit erzeugt man nur selber unnötigen Stress.

Wasserflasche: Nichts ist schlimmer als ein trockener Hals während des Auftritts. Daher sollte man stets ein Flasche stilles Wasser dabei haben, am besten lauwarm, das schont gleichzeitig die Stimmbänder. Toll ist in diesem Zusammenhang auch Ingwertee, der ist vor allem für bereits leicht gereizte Stimmbänder Gold wert!

Mehr Tipps für entspannte Auftritte: Pünktlichkeit, Freunde und mehr

„Sei pünktlich!“

Ebenfalls ein guter Tipp, wenn man sicher stellen will, dass der Auftritt ein guter wird. Denn nichts versetzt einen mehr in Aufregung und Hektik als die Angst, zu spät bei der Veranstaltung zu sein. Daher fahre ich vor Auftritten lieber ein wenig eher los, selbst auf die Gefahr hin, viel zu früh dort zu sein.

„Lade ein paar Freunde ein!“

Das ist sicherlich von Mensch zu Mensch verschieden, aber wenn liebe Freunde oder Familienangehörige auf dem Event zugegen sind, kann es nur ein toller Abend werden. Denn die Gewissheit zu haben, da im Publikum sitzt jemand, der es gut mit dir meint, schafft Sicherheit und nimmt zumindest mir ein wenig die Angst, dass mein Vortrag das Publikum nicht erreicht.

„Sprich mit dem Publikum!“

Apropos: Ich höre immer wieder, dass ich das Publikum erreiche. Was wohl damit zu tun hat, dass ich kleine Geschichten zu den Liedern herum erzähle. Und das ist gar nicht so schwer. Wann wurde das Lied geschrieben (falls ihr wie ich Cover singt)? Warum hat der Musiker den Song verfasst? Was verbindet ihr damit? Warum habt ihr euch ausgerechnet für dieses Lied entschieden? Daraus lässt sich sehr schön eine kurze Einleitung „bauen“, mit der ihr jedes Stück ankündigt, das ihr als nächstes performt.

„Genieße den Auftritt“

Dieser letzte Tipp ist wohl der wichtigste und am schwersten umzusetzende zugleich. Zumindest, wenn man wie ich den perfekten Auftritt hinlegen will (den es meines Erachtens nicht gibt). Doch genau darin besteht die Kunst und das Geheimnis einer guten Performance: Wenn man seinen eigenen Gesang und sein Gitarrenspiel vollständig genießen kann, überträgt sich das auf die Musik, die ertönt. Womit man wiederum das Publikum erreicht, weil es spürt, wie sehr man seine eigene Musik mag. Und in diesem Moment wird der eigene Auftritt: authentisch. Versprochen!