RIP, Jim Marshall, eine gute letzte Reise

88 Jahre deuten auf ein erfülltes, langes Leben hin. Je nachdem, was man in dieser Zeit alles angestellt hat. Jim Marshall, britischer Unternehmer, hat Zeit seines Lebens eine ganze Menge auf den Weg gebracht. Vor allem diese großartigen Gitarren- und Bassverstärker, die die erste Wahl von Musikern wie Jimi Hendrix, Eric Clapton und vielen anderen waren respektive sind.

Ja, auch ich besitze einen Marshall-Verstärker, und zwar den Acoustic Solist AS80R. Der hat schon einige Jahre auf dem Buckel (so etwa 20), funktioniert aber noch tadellos. Dieser Amplifier hat mir schon beim Gitarrenspiel und Gesang gute Dinge geleistet. Indirekt ist er unter anderem dafür zuständig, dass ich drei wundervolle Kinder habe. Aber das ist eine ganz andere Geschichte.

Jim Marshall war ein echter Self-Made-Man: Er eignete sich selber das Grundwissen rund um die Elektrotechnik an, gab Schlagzeugunterricht und gründete 1960 von seinen Gagen ein kleines Musikgeschäft, in dem beispielsweise ein gewisser Pete Townshend einkaufen ging.

Der und andere Kunden hatten ganz bestimmte Vorstellungen für einen Gitarrenverstärker, den Marshall dann anhand dieser Vorgaben baute. Diese Arbeit mündete in meinem Geburtsjahr, also 1962, in der Gründung der Firma Marshall Amplifiers. Damit war eine Legende geboren, die bis heute wundervolle Amplifier baut.

Daher möchte ich sagen: Vielen Dank, Jim Marshall, für Ihre großartige Technik, die mir und anderen Musikern viele, viele unvergessliche Stunden bereit hat. Ruhe in Frieden, und grüßen Sie Leonard Cohen und all die anderen von mir.

Marshall-Trio, quer

Neben dem akustischen Gitarrenverstärker AS80R besitze ich noch eine tolle Boombox und einen wunderbaren Kopfhörer von Marshall.

Homerecording leicht gemacht: Dieses Equipment setze ich ein

Jetzt mache ich schon so lange Musik, und doch habe ich mich in all den Jahren nicht an das Aufnehmen meiner Musik herangewagt. Und das, obwohl ich immer von einem eigenen Tonstudio im Keller meiner Wohnung oder meines Hauses geträumt habe. Aber für so ein richtiges Tonstudio mit allem Schnipp und Schnapp darf man schon viele große Scheine locker machen, und daran scheiterte es – bisher.

Denn in Zeiten analoger und digitaler Aufnahmeketten und bezahlbarem Aufnahmeequipment wurde aus dem Traum vom eigenen Tonstudio recht einfach Realität. Das Ganze nennt sich dann Homerecording, was lediglich eine Handvoll guter Zutaten erfordert – von den richtigen Aufnahmebedingungen mal ganz abgesehen. Damit habe ich mein ganz persönliches, auf meine individuellen Ansprüche abgestimmtes Setup gefunden, das wie folgt aussieht:

Aufnahmemikro für kleines Geld: Rode NT1-A

rode-nt1-a-samt-spinne-und-popschutzGute und empfehlenswerte Aufnahmemikros gibt es ziemlich viele, und dabei fällt immer wieder ein Name: Rode NT1-A. Keine Ahnung, wie Rode es schafft, für unter 200 Euro ein Gesangsmikro samt Spinne, Ploppschutz und XLR-Kabel anzubieten, das sogar professionelle Sänger empfehlen.

Ich weiß nur, dass ich mich noch am ersten Tag in dieses Ding verliebt habe und es meine Stimme sehr natürlich und sehr warm abbildet. Ich habe meine sieben Coversongs allesamt mit dem NT1-A aufgenommen – ich finde, die Investition hat sich auf jeden Fall gelohnt.

Mittlerweile habe ich das Rode-Mikro mithilfe eines Rode Gelenkmikroarms an meinem Schreibtisch befestigt. Damit habe ich das Mikrofon stets griffbereit, ohne dass ein sperriger Mikroständer im Weg herumsteht.

Akustikmikro für Gitarre und mehr: Rode M5-MP

Rode M5-MP und Focusrite Scarlett 2i4Bisher habe ich – aus purer Faulheit und Ignoranz – angenommen, dass sich Gesang und Gitarre prima gleichzeitig aufnehmen lassen. Dass dem nicht so ist, davon musste mich mein „Tonmann“ Alex nicht lange überzeugen.

Da ich künftig das Rohmaterial – sprich: Gesang und Gitarre separat aufgenommen – an Alex weiterleiten möchte, damit er etwas „Schönes“ daraus mixt und mastert, habe ich mir zwei dieser tollen Rode M5-MP geholt. Diese Kleinmembran-Kondensatormikrofone sind sehr gut für die Aufnahme von Gitarren geeignet, weswegen ich sie auch gekauft habe.

Damit ich sie nicht jedes Mal auf zwei separate Mikroständer schrauben muss, die dann nur im Weg herumstehen, habe ich mir für diesen Zweck eine sogenannte Ergänzungsschiene besorgt,  auf denen die zwei Mikros ihren Platz finden. Dieses Schienen-Mikro-Konstrukt befindet sich seit gestern auf einem sehr stabilen Tischständer – und fertig ist das wahrscheinlich kompakteste Gitarren-Stereofonie-Aufnahmeset der Welt – na ja, zumindest meiner Welt.

Audioschnittstelle für unverfälschte Aufnahmen: Focusrite Scarlett 2i4

Mac-Audioschnittstelle Focusrite Scarlett 2i4Als ich Alex von meinem Behringer Mischpult erzählt habe, verdrehte er nur ganz leicht die Augen – und ich wusste, dass ich für bestmögliche Aufnahmeergebnisse diesen Teil meines Equipments schleunigst austauschen sollte. Also folgte ich seiner Empfehlung und holte mir das Focusrite Scarlett 2i4.

Diese Audioschnittstelle wird via USB-Kabel mit meinem MacBook Pro verbunden, und schon stehen zwei ultra-cleane, rauschfreie XLR- resp. Klinkeanschlüsse zur Verfügung. Daran lässt sich dann wahlweise das Rode NT1-A für den Gesang oder die zwei Rode M5-MP für die Gitarrenaufnahme anschließen. Gleichzeitig geht leider nicht, aber das sollte ich ja auch tunlichst vermeiden, wie ich gelernt habe.

Geschlossener Kopfhörer mit hifidelischen Eigenschaften: Marshall Monitor OverEar

Bis dato dachte ich ja, dass mein Sony-Kopfhörer für die Aufnahme und Wiedergabe meiner Musik völlig ausreichend ist. Bis ich vom Marshall Monitor erfahren und sehr schnäppchenjäger-mäßig erworben habe. Ich habe es nicht bereut.

Semiprofessionelle Software fürs Mischen und mehr: Logic Pro X von Apple

Zugegeben, für das Aufnehmen und „Mastern“ meiner Musik habe ich bis dato GarageBand von Apple eingesetzt. Aber auch an dieser Stelle belehrte mich Alex eines Besseren, und so werde ich eines Tages auf Logic Pro X von Apple umsteigen – zumindest für die Aufnahme von Gitarre und Gesang. Für alles andere nehme ich lieber die Alex’schen Dienste in Anspruch. Sicher ist sicher!

Micha singt Leonard Cohen "Hallelujah"

Micha singt Cover: „Hallelujah“ von Leonard Cohen

Gestern habe ich es auf meinem Instagram-Account angekündigt: Heute ist die zweite von insgesamt sieben Aufnahmen fällig, die ich gemeinsam mit „meinem“ Toningenieur Alex produziert habe (per Mausklick findet ihr die erste Aufnahme). Es handelt sich dabei um kein geringeres Wunderwerk als Hallelujah des unvergessenen Leonard Cohen, der uns leider Ende letzen Jahres verlassen hat.

Zum Glück hat er noch kurz vor seinem Tod sein letztes, großartiges Album hinterlassen, als sein musikalisches Erbe quasi. Aufgenommen wurde es komplett in Cohens Haus, in das sein Sohn ein vollfunktionsfähiges Studio bauen ließ, da sein Vater aufgrund großer Rückenprobleme ohne fremde Hilfe kaum noch stehen konnte.

Hallelujah ist schon deutlich älter, wenngleich es nicht zu den frühen Werken von Cohen zählt. Entstanden und veröffentlicht wurde dieses epochale Stück im Jahr 1984, und zwar auf dem Album Various PositionsDer ursprüngliche Text, den ich in meiner Version interpretiere, weist zahlreiche Bezüge zur Bibel auf, die im Laufe der Jahre allerdings nahezu komplett verschwunden sind.

Hallelujah wurde von zahlreichen Sängern und Sängerinnen gecovert, darunter die bekannten Versionen von Jeff Buckley und Rufus Wainwright. Messen kann und will ich mich mit diesen großartigen Musikern natürlich nicht, ich hoffe aber trotzdem, dass euch meine Fassung von Hallelujah auch ein bisschen gefällt…

Marshall Monitor OverEar (geschlossene Bauweise)

Toller Kopfhörer mit Angeber­faktor: Marshall Monitor Over-Ear

Es ist ja nicht so, dass ich keinen guten Monitorkopfhörer besitze, der vor allem beim Musik machen und Musik aufnehmen zum Einsatz kommt. Doch dann stolperte ich über den Marshall Monitor Over-Ear, der gerade für unter 100 Euro feilgeboten wird. Ich wollte es einfach wissen, ob diese schmucken Kopfhörer an meine Sony-Headphones klanglich herankommen. Und was soll ich sagen: Ja, sie kommen!

DESIGN: Das erste, worin sich beide Kopfhörer unterscheiden, ist das Design. Klar, der Sony MDR-7506 sieht nicht schlecht aus und passt sehr gut über meine (für einen Mann relativ kleine) Ohren. Aber beim Aussehen kann der Marshall Monitor ganz klar punkten mit seinem Retrodesign und seinen goldfarbenen Applikationen und Audiosteckern. Und schlanker sind die Marshall-Headphones ebenfalls.

KOMFORT: Obwohl der Marshall Monitor als Over-Ear-Kopfhörer verkauft wird, hatte ich doch meine Zweifel, ob er über meine Ohren passt, ohne zu drücken. Die gute Nachricht: Er passt sehr gut darüber, was vor allem dem Umstand geschuldet ist, dass ich… genau, ziemlich kleine Ohren habe (siehe oben).

Ansonsten konnte ich noch keine längeren Session mit dem Monitor durchführen, kann daher zum Tragekomfort noch nicht so viel sagen. Er sitzt allerdings recht streng am Kopf, was hoffentlich noch etwas besser wird im Laufe der Zeit. Ach ja: Zusammenklappen lässt sich der Monitor auch, womit man ihn gut geschützt in dem beiliegenden Säckchen transportieren kann.

Marshall Monitor mit Transportsäckchen

Marshall Monitor mit Transportsäckchen

AUSSTATTUNG: Toll am Marshall Monitor sind die zwei Audioausgänge, die sich an der linken und rechten Ohrmuschel befinden. So kann man je nach Situation und Präferenz das beiliegende oder jedes andere Audiokabel rechts oder links tragen. Oder man stöpselt an der freien Buchse einen weiteren Kopfhörer an. Dann könnt ihr die Musik zu zweit hören.

Schade ist übrigens, dass das zum Marshall Monitor gehörende Audiokabel eine Freisprecheinrichtung aufweist, mit der man Telefonate annehmen und Musikstücke weiterschalten, aber nicht die Lautstärke verändern kann.

Marshall Monitor mit beiliegendem Kabel

Marshall Monitor mit beiliegendem Kabel

KLANGQUALITÄT:  Schon meine erster Hörproben lösten eins dieser Wow-Effekte aus. Wenn ich dachte, dass mein Sony-Kopfhörer gut klingt, wusste ich sofort: der Marshall Monitor toppt das noch mal. Und das für unter 100 Euro! Alles stimmt an dem Sound dieser Kopfhörer: Die Tiefen sind nicht zu aufdringlich, die Mitten werden extrem gut aufgelöst und räumlich getrennt, und die Höhen sind, wie sie sein sollen. Damit klingt Musik noch ein Stückchen besser.

Geschlossen ist der Marshall Monitor auch; damit nervt man beim Bahnfahren nicht die mitreisende Menschen. Damit ist er perfekte für die Studioarbeit geeignet.

Micha mit Marshall Monitor Kopfhörern

Micha mit Marshall Monitor Kopfhörern

Review: Marshall Acton -viel Sound für kleines Geld

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Ein kleiner Lautsprecher für den Schreibtisch, der wie ein Marshall-Verstärker aussieht.

Es gab Zeiten, da besaß ich zwei riesige Standlautsprecher von Teufel und einen tollen Verstärker von Denon. Weil ich dachte, dass ich damit meinen audiophilen Neigungen nachgehen kann. Außerdem war es stets mein erklärtes Ziel, eines Tages eine richtig gute Hifi-Anlage zu besitzen.

Irgendwann aber übernahm die Einsicht die Oberhand, dass solch monströse Lautsprecher (a) reine Platzverschwendung sind und (b) meinen Lebensgewohnheiten nicht mehr entsprachen. Denn immer nur an einem Ort der Wohnung Musik in vernünftiger Klangqualität hören zu können, spiegelt nicht mehr meinen Zeitgeist wider. Also habe ich mir irgendwann diese tollen, mobilen Bose-Lautsprecher namens Soundlink bestellt. Schick sind sie ja, und laut, und mit Akku, aber leider auch sehr basslastig. Wohl ein Bose-Phänomen.

Dann entdeckte ich vor geraumer Zeit das Lautsprecher-Portfolio von Marshall. Der für seine Gitarrenverstärker bekannte US-Anbieter hat schon seit längerem mobile Lautsprechersysteme unterschiedlicher Couleur und Preisklassen in petto. Zwar gefallen mir die Marshall-Speaker allesamt sehr gut, aber wozu einen weiteren Lautsprecher kaufen, dachte ich mir. Bis ich via Facebook auf dieses sehr lukrative Angebot für den Marshall Acton stieß. Den ich dann ganz spontan und sehr schnell bestellte. Und ich habe es nicht bereut.

Marshall Acton: Mini-Lautsprecher im typischen Marshall-Design

Gleich beim Auspacken entwich ein kleiner Seufzer meine Musikerbrust: Marshall-Design in mini, wie schön. Über die Verarbeitungqualität ist der Acton ebenfalls über jeden Zweifel erhaben. Als nächstes fällt die Funktionsleiste auf der Oberseite des Acton auf, die neben dem Lautstärkeregler zwei weitere Knöpfe aufweist, mit denen sich die Tiefen und Höhen des Speakers anpassen lassen.

Auch toll und sehr Marhall-like ist der Kippschalter, mit dem sich der Acton ein- und ausschalten lässt. Auch gut gelöst ist das Pairing mit kompatiblen Bluetooth-Geräten wie dem iPhone oder Mac: Per einfachem Knopfdruck fängt das Bluetooth-Lämpchen an zu blinken, was das drahtlose Verbinden zwischen Musikquelle und Lautsprecher mit geringem Aufwand ermöglicht.

Toll aufgelöster Klang – und das am besten auf Kopfhöhe

Nachdem ich per beiliegendem Spiralkabel mein iPhone am Marshall Acton angeschlossen und meine Lieblings-Playliste gestartet hatte, wusste ich: Das war ein sehr guter Kauf! Schöne, warme Bässe, gut aufgelöste Mitten und wenig aufdringliche Höhen. Und das in richtig Laut!

Genauso kann ein Lautsprechersystem mit geringen Ausmaßen klingen, wenn der Hersteller weiß, wie man solch eine Klangqualität erreichen kann. Für den besten Sound sollte sich der Acton möglichst auf Kopf-/Ohrhöhe befinden. Dann wird man mit einem warmen, satten Musiksound belohnt. Schade nur, dass es den Acton nicht in dem schönen Braun meines Marshall-Gitarrenverstärkers gibt…

marshall-acton-von-oben

Alles auf der Oberseite: Analogbuchse, drei Regler für Lautstärke/Tiefen/Höhen und ein Marshall-typischer Ein-/Aus-Schalter.